Bei uns im bergigen Appenzell verrichten die Bauern noch viel körperliche Arbeit. Das schlägt sich in den grossen, starken Händen und Armen, einer gebeugten Haltung und im Alter meist in durch Hüftschmerzen bedingtem Hinken nieder. Um solchen Haltungsschäden entgegenzuwirken, ist es notwendig die überbeanspruchte, verkürzte Muskulatur wieder in die ursprüngliche Form zu bringen. Wir wissen ja etwa aus eigenen Spitalaufenthalten wie schnell sich die Muskulatur zurückbildet, wenn sie nicht genutzt wird. Durch Dehnungsübungen lässt sich mit der Zeit wieder der ganze mögliche Bewegungsspielraum nutzen.

Auch die moderne Arbeit am PC, das lange Sitzen bei Reisen, beim Essen, an Meetings formt bzw. «de-formiert» unseren Körper. Schau dich einmal um und beobachte die Haltung und die Bewegungsmuster deiner Mitmenschen – eine lehrreiche und interessante Studie, insbesondere auch wenn du dein eigenes Verhalten miteinbeziehst. Über Beobachtungen des Aussen lerne ich für mein Innen. Das Gesehene speichert sich im Bewusstsein und lässt sich dann bei eigenem Verhalten abrufen. Dieser Vorgang scheint mir unbewusst und bewusst abzulaufen.

Durch regelmässiges Praktizieren von Qigong bringen wir uns in die ursprüngliche Form zurück. Wir schenken uns ausgleichende Bewegungsmuster zu unseren Alltagsfunktionen. Mit einem ausgewogenen Muskelzustand fördern wir den Stoffwechsel, haben im Alter weniger Abnutzungserscheinungen an den Gelenken und dadurch mehr Freude im Leben.